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259

Nessos und De�aneira

In Sommerauktion

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München
Giovanni Domenico Tiepolo
1727 Venedig - 1804 ebenda

Nessos und De�aneira


R. u. signiert "Dom. Tiepolo f", l. o. nummeriert 61. Rücks. Nummerierung 409. Feder und Pinsel in Braun, laviert, auf Bütten. 19,5 x 27,5 cm. Mit Japanpapier angerändert. Min. fleckig. Rahmen (41 x 50 cm).

Der Kentaur Nessos tat am Fluss Lykormas Fährdienste. Als Herakles mit seiner Gemahlin De�aneira den Fluss überqueren wollte, trug Nessos diese durch das Wasser. Als er sich an der jungen Schönheit vergriff, eilte Herakles zu Hilfe und tötete Nessos mit einem Giftpfeil.

Giovanni Domenico Tiepolo interpretiert diese Szene aus der antiken Mythologie mit großer künstlerischer Freiheit. Das Hauptaugenmerk des Künstlers liegt auf der bewegten Darstellung des vor Kraft strotzenden Nessos, der die sich heftig wehrende De�aneira zu entführen versucht. Die Szene spielt sich in einer idyllischen norditalienischen Landschaft ab, im Mittelgrund ist die Silhouette einer kleinen Stadt erkennbar, Pinien und Zypressen flankieren eine breite Landstraße, auf der in gewisser Entfernung zwei Personen zu erkennen sind. Giovanni Domenico Tiepolo, einer der berühmtesten venezianischen Künstler des 18. Jahrhunderts, war ein unermüdlicher Zeichner. Seine Blätter waren bereits bei den zeitgenössischen Sammlern sehr begehrt. Adelheid M. Gealt bezeichnet in ihrer Stellungnahme das vorliegende Blatt als "a particularly fine example" aus einer umfangreichen Serie von Zeichnungen Tiepolos, in welcher er sich mit der Darstellung von Kentauren befasste. James Byam Shaw, der große Kenner der Zeichnungen unseres Künstlers, sah in diesen Darstellungen seine "most delightful and original mythological subjects" (Byam Shaw, s. u., S. 41). Tiepolo scheint das Thema der Kentauren sehr geschätzt zu haben, nach Cailleux' Zusammenstellung von 77 vergleichbaren Blättern im Jahre 1974 konnte Gealt 2016 weitere 29 Zeichnungen des Sujets dem Themenkomplex hinzufügen. Auf dem vorliegenden Blatt sehen wir eines der bevorzugten Bewegungsmotive Tiepolos: der muskulöse Nessos, von hinten gesehen, seine kräftigen Arme umklammern das unglückliche Opfer seiner Attacke. Eine Szene, der sich der Künstler - stets variierend - mehrmals gewidmet hat. Als Beispiel für die motivische Kontinuität aber auch Variation verweist Gealt auf eine Zeichnung, die erst jüngst versteigert wurde (Auktion Tajan, Paris, 16. Dezember 2021, Kat.-Nr. 7). Diese "Entführung der De�aneira" zeigt die Gruppe der Hauptfiguren spiegelbildlich, mit sehr vergleichbarer Darstellung des Nessos. Dennoch variiert Tiepolo auf spielerische Weise: Während Nessos auf unserem Blatt in energischer Bewegung gegeben wird, er in die Landschaft hineinsprengt, hält er bei der erwähnten Vergleichszeichnung in der Bewegung inne und ist bemüht, De�aneira (hier von vorne gezeigt) die sich mit beiden Armen gestikulierend wehrt, zu halten. Ein in unserem Kontext hochinteressantes Blatt des British Museum, London (Inv.-Nr. 1885,0509.7) zeigt einen Kentauren, der auf seinem Rücken eine Satyrfrau trägt. Der Kentaur entspricht wiederum spiegelbildlich dem Nessos unserer Zeichnung, aber im Gegensatz zu De�aneira, die schließlich Opfer einer Entführung ist, schmiegt sich das Satyrweibchen liebevoll an den Pferdemenschen, der ihr seinen Oberkörper zuneigt. Fast könnte man von einem Gegenstück sprechen: hier der dramatische Raub einer menschlichen Frauengestalt, dort liebevolles Miteinander mit einem halbtierischen Mischwesen. Von gewisser Bedeutung könnte in diesem Zusammenhang auch die Nummerierung des Londoner Blattes sein: Es trägt links oben die Nummer "62", unsere Zeichnung ist "61" nummeriert. Es ist verlockend, zu unterstellen, dass die Nummerierungen vom Künstler selbst aufgebracht worden sind und wir hier die künstlerische Absicht Tiepolos wiedergespiegelt finden, De�aneira und den weiblichen Satyr in ihrem Verhalten bewusst zu vergleichen bzw. zu kontrastieren. Als andere Möglichkeit sieht Gealt aber auch die Nummerierung der Zeichnungen nach dem Tod des Künstlers durch seine Erben (seine Witwe), die sie an Sammler verkauften. Oder aber, als dritte Erklärung: Erst ein Sammler hat den reizvollen thematischen Zusammenhang erkannt und die Blätter selbst mit aufeinander folgenden Nummern versehen. Den Beginn von Giovanni Domenicos extensiver Beschäftigung mit dem Thema "Kentauren - Satyrn - Faune" könnte man zeitlich - aufgrund thematischer Parallelen - mit der Arbeit an den Fresken in der Villa Zianigo (ab 1757) festlegen. Der selbständige Kunstwerkscharakter der Zeichnungen spricht aber gegen eine Zuordnung zu einem bestimmten Projekt und so hat sich die Wissenschaft darauf verständigt, den Beginn dieser an die hundert Blätter umfassenden Serie mit der Rückkehr von Vater und Söhnen Tiepolo vom großen Würzburger Auftrag gleichzusetzen (1753). Bis in die 1790er Jahre scheint sich Giovanni Domenico Tiepolo dann mit dem Thema Kentauren und Satyrn beschäftigt zu haben Vgl. Byam Shaw, James, The Drawings of Domenico Tiepolo. London 1962. - Cailleux, Jean, Domenico Tiepolo: Centaurs, Fauns, Female Fauns and Satyrs among the drawings of Domenico Tiepolo, in: L'Art du Dix-huitième siècle. Supplement des Burlington Magazine, Bd. CXVI, Juni 1974. - Gealt, Adelheid M. (Hg.), Giambattista and Domenico Tiepolo. Master Drawings from the Anthony J. Moravec Collection. Eskenazi Museum of Art, Indiana University, Bloomington 2016. Wir danken Prof. Adelheid M. Gealt, Indiana University, Bloomington, Indiana, für Ihre großzügige Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung. Als Datei liegt eine Stellungnahme Gealts vom 12. Mai 2022 vor, die ergänzt wird von einer Zusammenstellung verschiedener Vergleichszeichnungen.

Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz.
Giovanni Domenico Tiepolo
1727 Venice - 1804 ibid.

Nessus and Deianira


Signed "Dom. Tiepolo f" lower right, numbered 61 upper left. Numbered 409 verso. Pen and brush in brown, washed, on handmade paper. 19.5 x 27.5 cm. Rimmed with Japan paper. Slightly stained. Framed (41 x 50 cm).

Cf. Cailleux, Jean, Demenico Tiepolo: Centaurs, Fauns, Female Fauns and Satyrs among the drawings of Domenico Tiepolo, in: L'Art du Dix-huitième siècle. Supplement of the Burlington Magazine, Volume CXVI, June 1974.
Giovanni Domenico Tiepolo
1727 Venedig - 1804 ebenda

Nessos und De�aneira


R. u. signiert "Dom. Tiepolo f", l. o. nummeriert 61. Rücks. Nummerierung 409. Feder und Pinsel in Braun, laviert, auf Bütten. 19,5 x 27,5 cm. Mit Japanpapier angerändert. Min. fleckig. Rahmen (41 x 50 cm).

Der Kentaur Nessos tat am Fluss Lykormas Fährdienste. Als Herakles mit seiner Gemahlin De�aneira den Fluss überqueren wollte, trug Nessos diese durch das Wasser. Als er sich an der jungen Schönheit vergriff, eilte Herakles zu Hilfe und tötete Nessos mit einem Giftpfeil.

Giovanni Domenico Tiepolo interpretiert diese Szene aus der antiken Mythologie mit großer künstlerischer Freiheit. Das Hauptaugenmerk des Künstlers liegt auf der bewegten Darstellung des vor Kraft strotzenden Nessos, der die sich heftig wehrende De�aneira zu entführen versucht. Die Szene spielt sich in einer idyllischen norditalienischen Landschaft ab, im Mittelgrund ist die Silhouette einer kleinen Stadt erkennbar, Pinien und Zypressen flankieren eine breite Landstraße, auf der in gewisser Entfernung zwei Personen zu erkennen sind. Giovanni Domenico Tiepolo, einer der berühmtesten venezianischen Künstler des 18. Jahrhunderts, war ein unermüdlicher Zeichner. Seine Blätter waren bereits bei den zeitgenössischen Sammlern sehr begehrt. Adelheid M. Gealt bezeichnet in ihrer Stellungnahme das vorliegende Blatt als "a particularly fine example" aus einer umfangreichen Serie von Zeichnungen Tiepolos, in welcher er sich mit der Darstellung von Kentauren befasste. James Byam Shaw, der große Kenner der Zeichnungen unseres Künstlers, sah in diesen Darstellungen seine "most delightful and original mythological subjects" (Byam Shaw, s. u., S. 41). Tiepolo scheint das Thema der Kentauren sehr geschätzt zu haben, nach Cailleux' Zusammenstellung von 77 vergleichbaren Blättern im Jahre 1974 konnte Gealt 2016 weitere 29 Zeichnungen des Sujets dem Themenkomplex hinzufügen. Auf dem vorliegenden Blatt sehen wir eines der bevorzugten Bewegungsmotive Tiepolos: der muskulöse Nessos, von hinten gesehen, seine kräftigen Arme umklammern das unglückliche Opfer seiner Attacke. Eine Szene, der sich der Künstler - stets variierend - mehrmals gewidmet hat. Als Beispiel für die motivische Kontinuität aber auch Variation verweist Gealt auf eine Zeichnung, die erst jüngst versteigert wurde (Auktion Tajan, Paris, 16. Dezember 2021, Kat.-Nr. 7). Diese "Entführung der De�aneira" zeigt die Gruppe der Hauptfiguren spiegelbildlich, mit sehr vergleichbarer Darstellung des Nessos. Dennoch variiert Tiepolo auf spielerische Weise: Während Nessos auf unserem Blatt in energischer Bewegung gegeben wird, er in die Landschaft hineinsprengt, hält er bei der erwähnten Vergleichszeichnung in der Bewegung inne und ist bemüht, De�aneira (hier von vorne gezeigt) die sich mit beiden Armen gestikulierend wehrt, zu halten. Ein in unserem Kontext hochinteressantes Blatt des British Museum, London (Inv.-Nr. 1885,0509.7) zeigt einen Kentauren, der auf seinem Rücken eine Satyrfrau trägt. Der Kentaur entspricht wiederum spiegelbildlich dem Nessos unserer Zeichnung, aber im Gegensatz zu De�aneira, die schließlich Opfer einer Entführung ist, schmiegt sich das Satyrweibchen liebevoll an den Pferdemenschen, der ihr seinen Oberkörper zuneigt. Fast könnte man von einem Gegenstück sprechen: hier der dramatische Raub einer menschlichen Frauengestalt, dort liebevolles Miteinander mit einem halbtierischen Mischwesen. Von gewisser Bedeutung könnte in diesem Zusammenhang auch die Nummerierung des Londoner Blattes sein: Es trägt links oben die Nummer "62", unsere Zeichnung ist "61" nummeriert. Es ist verlockend, zu unterstellen, dass die Nummerierungen vom Künstler selbst aufgebracht worden sind und wir hier die künstlerische Absicht Tiepolos wiedergespiegelt finden, De�aneira und den weiblichen Satyr in ihrem Verhalten bewusst zu vergleichen bzw. zu kontrastieren. Als andere Möglichkeit sieht Gealt aber auch die Nummerierung der Zeichnungen nach dem Tod des Künstlers durch seine Erben (seine Witwe), die sie an Sammler verkauften. Oder aber, als dritte Erklärung: Erst ein Sammler hat den reizvollen thematischen Zusammenhang erkannt und die Blätter selbst mit aufeinander folgenden Nummern versehen. Den Beginn von Giovanni Domenicos extensiver Beschäftigung mit dem Thema "Kentauren - Satyrn - Faune" könnte man zeitlich - aufgrund thematischer Parallelen - mit der Arbeit an den Fresken in der Villa Zianigo (ab 1757) festlegen. Der selbständige Kunstwerkscharakter der Zeichnungen spricht aber gegen eine Zuordnung zu einem bestimmten Projekt und so hat sich die Wissenschaft darauf verständigt, den Beginn dieser an die hundert Blätter umfassenden Serie mit der Rückkehr von Vater und Söhnen Tiepolo vom großen Würzburger Auftrag gleichzusetzen (1753). Bis in die 1790er Jahre scheint sich Giovanni Domenico Tiepolo dann mit dem Thema Kentauren und Satyrn beschäftigt zu haben Vgl. Byam Shaw, James, The Drawings of Domenico Tiepolo. London 1962. - Cailleux, Jean, Domenico Tiepolo: Centaurs, Fauns, Female Fauns and Satyrs among the drawings of Domenico Tiepolo, in: L'Art du Dix-huitième siècle. Supplement des Burlington Magazine, Bd. CXVI, Juni 1974. - Gealt, Adelheid M. (Hg.), Giambattista and Domenico Tiepolo. Master Drawings from the Anthony J. Moravec Collection. Eskenazi Museum of Art, Indiana University, Bloomington 2016. Wir danken Prof. Adelheid M. Gealt, Indiana University, Bloomington, Indiana, für Ihre großzügige Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung. Als Datei liegt eine Stellungnahme Gealts vom 12. Mai 2022 vor, die ergänzt wird von einer Zusammenstellung verschiedener Vergleichszeichnungen.

Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz.
Giovanni Domenico Tiepolo
1727 Venice - 1804 ibid.

Nessus and Deianira


Signed "Dom. Tiepolo f" lower right, numbered 61 upper left. Numbered 409 verso. Pen and brush in brown, washed, on handmade paper. 19.5 x 27.5 cm. Rimmed with Japan paper. Slightly stained. Framed (41 x 50 cm).

Cf. Cailleux, Jean, Demenico Tiepolo: Centaurs, Fauns, Female Fauns and Satyrs among the drawings of Domenico Tiepolo, in: L'Art du Dix-huitième siècle. Supplement of the Burlington Magazine, Volume CXVI, June 1974.

Sommerauktion

Auktionsdatum
Lose: 1-551
Ort der Versteigerung
Barer Strasse 37
München
80799
Germany
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VERSTEIGERUNGSBEDINGUNGEN
NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

  1. Die NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG (im folgenden »Versteigerer«) versteigert öffentlich im Namen und für Rechnung der Einlieferer (Vermittlerstatus). Die Versteigerung ist freiwillig.
  2. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Mindestzuschlagspreise (Limite).
  3. Jeder Bieter kauft im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, es sei denn, er weist vor dem Zuschlag eine Vertretungsvollmacht nach. Schriftliche oder telefonische Gebote müssen spätestens 24 Stunden vor der Auktion vorliegen und den Gegenstand unter Aufführung der Katalognummer und des gebotenen Preises, der sich als Zuschlagsbetrag ohne Aufgeld und Umsatzsteuer versteht, benennen; Unklarheiten oder Ungenauigkeiten gehen zu Lasten des Bieters; im Zweifel gilt die Katalognummer. Bei telefonischen Geboten kann nicht dafür eingestanden werden, dass eine Verbindung zustande kommt. Für Telefonbieter ist der Schätzpreis das Mindestgebot. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten kann für die Berücksichtigung von Geboten per E-Mail keine Haftung übernommen werden.
  4. Der Versteigerer behält sich vor, Katalognummern zu verbinden, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge des Katalogs aufzurufen oder zurückzuziehen. Der Aufruf kann zum halben Schätzpreis erfolgen, es sei denn, dass bereits höhere schriftliche oder telefonische Gebote vorliegen. Gesteigert wird nach Ermessen des Versteigerers in der Regel um 10%.
  5. Der Versteigerer/Einlieferer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Hat der Versteigerer ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und hat dies der Bieter sofort beanstandet oder bestehen sonst Zweifel über den Zuschlag, kann der Versteigerer bis zum Abschluss der Auktion nach seiner Wahl den Zuschlag zugunsten eines bestimmten Bieters wiederholen oder den Gegenstand erneut ausbieten. In diesen Fällen erlischt der vorangegangene Zuschlag. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer/Einlieferer dem Bieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
  6. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein Übergebot abgegeben wird. Der Versteigerer kann unter Vorbehalt zuschlagen, insbesondere dann, wenn das vom Einlieferer genannte Limit nicht erreicht ist. In diesem Fall ist der Bieter auf die Dauer von drei Wochen an sein Gebot gebunden. Erhält er nicht innerhalb dieser Frist die vorbehaltlose Annahme seines Gebots, so erlischt der Zuschlag. Wird das Gebot nicht angenommen oder bietet jemand das Limit, kann der Gegenstand ohne Rückfrage bei dem Bieter des Vorbehalts an einen höher Bietenden abgegeben werden. Es ist Sache des Vorbehaltsbieters, sich über die Genehmigung seines Gebots zu informieren. Für das Wirksamwerden des Zuschlags genügt die Absendung der Benachrichtigung an die vom Bieter genannte Adresse.
  7. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme und Zahlung; mit seiner Erteilung geht die Gefahr für nicht zu vertretende Beschädigungen, Verluste, Verwechslungen etc. der versteigerten Sache auf den Ersteigerer über, der auch die Lasten trägt. Das Risiko der Ausfuhrgenehmigung bzw. ihrer Erteilung liegt beim Käufer.
  8. a) Es wird, je nach Vorgabe des Kommittenten, differenz- oder regelbesteuert verkauft. Bei Differenzbesteuerung gem. §25a UStG wird auf den Zuschlagspreis bis einschließlich € 200.000 ein Aufgeld von
    30 % und auf den überschreitenden Betrag ein Aufgeld von 27% erhoben, in denen die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist. Für Katalogpositionen, die mit einem * gekennzeichnet sind, erfolgt eine Regelbesteuerung, bei der auf den Zuschlagspreis bis einschließlich € 200.000 ein Aufgeld von  25 %  und auf den überschreitenden Betrag ein Aufgeld von 22% erhoben wird. Auf den Zuschlagspreis und das Aufgeld  wird sodann die gesetzliche Umsatzsteuer hinzugerechnet und separat ausgewiesen. b) Unabhängig von der Besteuerungsart wird auf den Rechnungsbetrag eine evtl. anfallende Folgerechtsumlage hinzugerechnet. Diese ist nach § 26 UrhG normiert.
    c) Werden die ersteigerten Gegenstände vom Käufer an eine Adresse in Drittländern (außerhalb der EU) ausgeführt, wird diesem die gezahlte Mehrwertsteuer erstattet, sobald der Käufer dem Versteigerer den Ausfuhrnachweis vorgelegt hat. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.
  9. Zahlungen sind in bar in EUR (€) an den Versteigerer zu leisten. Alle Arten unbarer Zahlungen werden nur aufgrund besonderer Vereinbarung erfüllungshalber angenommen; für rechtzeitige Vorlegung, Protestierung, Benachrichtigung oder Zurückleitung nicht eingelöster Zahlungen/Zahlungsmittel haftet der Versteigerer/Einlieferer nicht. Hat sich der Versteigerer mit unbarer Zahlung einverstanden erklärt, gehen alle dadurch ausgelösten Kosten, Steuern und Gebühren der Zahlung (inkl. der dem Versteigerer abgezogenen Bankspesen) zu Lasten des Käufers. Der Versteigerer/Einlieferer ist nicht verpflichtet, den ersteigerten Gegenstand vor Bezahlung (bei unbarer Zahlung erst nach vorbehaltloser Bankgutschrift) aller vom Käufer geschuldeten Beträge herauszugeben. Das Eigentum bleibt bis zur Erfüllung aller im Zeitpunkt des Zuschlags gegen den Käufer bestehenden Forderungen des Versteigerers/Einlieferers vorbehalten. Der Käufer kann gegenüber dem Versteigerer/Einlieferer nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen. Zurückbehaltungsrechte des Käufers sind ausgeschlossen, soweit sie nicht auf dem selben Vertragsverhältnis beruhen.
  10. Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 1% je angebrochenem Monat berechnet. Der Versteigerer/Einlieferer kann bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach erfolglosem Ablauf einer angemessenen Nachfristsetzung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Der Schadensersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich des Aufgeldes einzustehen hat. Zu einem neuen Gebot wird der Käufer nicht zugelassen und hat auf einen Mehrerlös keinen Anspruch.
  11. Der Käufer ist verpflichtet, seine Erwerbung unverzüglich nach der Auktion abzuholen. Gerät er mit dieser Verpflichtung in Verzug und erfolgt die Abholung trotz Mahnung nicht, kann der Versteigerer/Einlieferer Verzugsschadenersatz verlangen mit der Maßgabe, dass er den Gegenstand nochmals versteigern und seinen Schaden in derselben Weise wie beim Zahlungsverzug berechnen kann. Ab dem Zuschlag lagert der versteigerte Gegenstand auf Rechnung und Gefahr des Käufers beim Versteigerer, der berechtigt aber nicht verpflichtet ist, eine Versicherung zu Lasten des Käufers abzuschließen oder sonstige wertsichernde Maßnahmen zu ergreifen. Er darf jederzeit nicht abgeholte Objekte im Namen und auf Rechnung des Käufers bei einem Dritten einlagern. Bei einer Selbsteinlagerung durch den Versteigerer kann dieser die Zahlung eines üblichen Lagerentgelts (zzgl. Bearbeitungskosten) verlangen. Der Versand erfolgt nur auf Wunsch und nach den Anweisungen des Käufers und auf seine Kosten und Gefahr.
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  13. Der Versteigerer/Einlieferer verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von Katalogbeschreibungen, welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht unerheblich mindern, und welche innerhalb einer Verjährungsfrist von einem Jahr nach dem Zeitpunkt des Zuschlags in begründeter Weise vorgetragen werden, erstattet der Versteigerer dem Käufer ausschließlich den Kaufpreis, jedoch keine sonstigen dem Käufer entstandenen Kosten und Aufwendungen. Im Übrigen ist eine Haftung des Versteigerers/Einlieferers wegen Mängeln ausgeschlossen.
  14. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben oder anderweitig erteilten Auskünften sind ausgeschlossen, sofern der Einlieferer, der Versteigerer, seine gesetzlichen Vertreter, Arbeitnehmer, Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche Pflichten verletzt hat; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt; im Übrigen gilt Ziffer 12.
  15. Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann, ist München. Es gilt deutsches Recht. Das UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11.04.1980 (CISG; BGBl 89 II) findet keine Anwendung. Sollte eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. Die unwirksame ist durch eine wirksame zu ersetzen, die dem wirtschaftlichen Gehalt und Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.
  16. Diese Versteigerungsbedingungen gelten entsprechend auch für den nachträglichen freihändigen Verkauf von Gegenständen durch den Versteigerer/Einlieferer an einen Erwerber.

 

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